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Das berichten unsere Kunden von ihren Touren

 
 

Vietnam 2001

 
 
MonatReisebericht
NovemberLiebe Frau Gresser,

gerade habe ich in unserer Küche auf einer großen Pinnwand die schönsten unserer Vietnambilder aufgehängt. Wir haben eine wirklich wunderbare Reise gemacht und sind immer sehr gut betreut worden. Mr. C. in Hanoi ist uns ganz besonders ans Herz gewachsen, er hat uns mit seinem Charme und seinem umfassenden Wissen sein Land ein großes Stück näher gebracht! Wir haben eine Menge Spaß gehabt und er hat uns fast das Gefühl gegeben, seine persönlichen Gäste zu sein. Auch auf der weiteren Reise haben wir ein reibungsloses und zuverlässiges Timing gehabt, die Restaurants waren mit wenigen Ausnahmen abwechlungsreich und sehr gut ausgesucht, die Hotels ordentlich, nur manchmal ein bischen laut. Aber die Vietnamesen sind eben ein lebhaftes Volk und da wird morgens ab 5 munter auf der Strasse gehupt. Eine kleine Panne im Ablauf gab es lediglich in Hue, da standen wir nachts um 3 am Bahnhof und unser angekündigter Guide tauchte nicht auf. Also haben wir uns selbst ein Taxi organisiert und dann etwas mühselig den Portier aus dem Schlaf gerüttelt. Am nächsten Morgen tauchte dann ein Vertreter des erkrankten Mr. N. auf, der zwar freundlich und inhaltlich gut vorbereitet war, aber eine so schlechte Aussprache hatte, das wir extreme Verständigungsschwierigkeiten hatten. Ein bischen schade, denn gerade in Hue gibt es ja eine Menge zu erzählen! Trotzdem haben wir viel Spaß gehabt und im Garten der Thien Mu Pagode eine kleine Deutschstunde eingelegt. Im ganzen Land sind wir auf unglaublich freundliche, fröhliche und zufriedene Menschen gestossen, deren offenes Lachen uns nun auf den Bildern in unserer Küche an unsere Reise erinnert. Ein großes Dankeschön an Sie und Ihre Partner in Vietnam!

Mit lieben Grüßen aus dem novemberfeuchten München

Regina K. und Florian S.  
 
NovemberHallo Frau Gresser,

Über die Fahrradtour im Februar/März 2001 Ein paar Worte zu meiner Vietnam-Reise muß ich sofort loswerden. Ich bin begeistert, die Organisation war nicht nur 100 % sondern einfach perfekt. Für Mr. B. die richtigen Worte zu finden, fällt mir schwer, denn sowas von zuvorkommend, liebenswürdig, aufmerksam, nett, freundlich, lustig, herzlich und und und, das habe ich auf meinen bisherigen Auslandsreisen in dieser Art und Weise noch nicht erlebt, am liebsten hätte ich ihn mit nach Hause genommen (das habe ich ihm auch gesagt). Er hat uns wirklich jeden Wunsch von den Augen abgelesen und uns sein Land mit seinen Erzählungen und seinem Wissen sehr sehr nahe gebracht. Auch die Fahrer C. und H. waren unglaublich zuvorkommend und haben uns sehr verwöhnt.
Wie Sie bestimmt aus den Erzählungen von Roselinde B. und Margatethe H. wissen, hat auch die Gruppe super zusammengefaßt und wir hatten jede Menge Spaß miteinander.

Es war eine wunderbare Reise und der Abschied ist mir schwer gefallen, doch die Wort von Bang "Ohne Abschied gibt es kein Wiedersehen" werden mir in Erinnerung bleiben und lassen mich hoffen.
Angelika G.  
 
AugustHallo Frau Gresser,

zurück aus Vietnam möchte ich mich kurz bei Ihnen melden und sagen, daß alles ganz prima geklappt hat. Die Organisation war vorzüglich, die Hotels bis auf das letzte in Halong sehr gut. Besonders das Hotel in Hanoi hat sich riesige Mühe gegeben !! Die Fahrt war großartig, land, Leute und Eisenbahn klasse. Ich werde Vietnam als Urlaubsziel weiter empfehlen und vielleicht auch noch mal wiederkehren an den phantastischen Strand von Nha-Trang. Herzliche Grüße Helmut M. Hallo Frau Gresser, wir sind aus einem anstrengenden aber sehr interessanten Urlaub aus Vietnam zurück. Land und Leute haben uns sehr beeindruckt, und wir werden sicher irgendwann wieder dorthin fahren. Wir möchten Ihnen unser Kompliment aussprechen. Die Reise war von Ihnen hervorragend organisiert, wir wüssten nichts zu kritisieren. wir werden Sie sehr gerne weiterempfehlen.

Thomas R.  
 
JuliHallo Frau Gresser,

gestern zurück aus Vietnam dürfen wir uns kurz melden: alles war o.k. Herr B. war froh, nach längerer Durststrecke endlich mal wieder Gäste zu haben - er hat seine Sache gut gemacht (unser Bedarf an Tempeln usw. ist bis auf weiteres gedeckt) Aufbau der Reise war gut, das Victoria - Resort hat zwar mit Vietnam (ausser den vielen dienstbaren Geistern) nicht mehr viel zu tun, nach der relativen Urlaubshektik zuvor aber ein angenehmer Ausklang. Zusammengefaßt also eine durchaus empfehlenswerte Reise! Gibt es Verbesserungsvorschläge? Ja, aber die sind nicht von Ihnen zu vertreten: Das Continental und auch das Hotel in Dalat waren schon sehr laut. Und die Wartezeiten in Bangkok v.a. beim Rückflug waren erwartungsgemäß ätzend. Eindrücke vom Land? Viele Klischees wurden bedient. Und doch hat das Land gerade auch wegen seiner Menschen einen spezifischen, unverbrauchten Charme. Bleibt die Hoffnung, dass die vielen touristischen Fehler in den Nachbarländer keine Wiederholung finden.

Mit besten Grüssen

Roland B.  
 
AprilHallo Frau Gresser,

mittlerweile sind wir ja schon wieder eine Woche in Hamburg und einigermaßen akklimatisiert. Die Reise hat uns sehr gut gefallen, wir haben uns direkt in Vietnam "verliebt", wobei der Norden für uns interessanter war (landschaftlich und kulturelle). Das Programm hatte ja einiges zu bieten, als Extra gab es noch Überschwemmungen in Hanoi, hat man auch nicht alle Tage. Die Organisation vor Ort hat hervorragend geklappt, die Guides in Nord und Süd waren sehr freundlich und versiert.... Insgesamt hat uns die Reise sehr viel Spaß gemacht, und wir denken darüber nach, ggf. mal wieder hinzufahren.

Viele Grüße

Thomas W.  
 
Aprilliebe frau gresser,

schon wieder ein paar wochen her, dass wir wieder im kalten sitzen, aber ich wollte mich doch noch bei ihnen melden und mich sehr herzlich für ihre organisation bedanken. alles hat gut geklappt, abholung und visa, und das malody hotel ist sehr zu empfehlen, liegt wirklich gut und ist hinten raus sehr ruhig. vietnam hat uns sehr gut gefallen, ein land im aufwind mit leuten, die doch eher optimistisch in die welt schauen. die öffentlichen verkehrsmittel sind übrigens zu empfehlen, wesentlich schneller und unproblematischer als die sogenannten kaffeefahrten (von cat ba sind wir auf der rückfahrt in eine reingebucht worden - pech!). um die wälder im lande steht es schlecht, und der naturschutz lässt zu wünschen übrig. vielleicht ist es auch nicht gerade gut, dass zb cat ba mit ecotourism wirbt und plant, betonwege in den park legen, damit der tourist besser entlangschlendern kann. der goldschopflangur kommt nur noch auf cat ba vor und ist mit 135 geschätzten tieren der seltenste affe der welt. wer wirklich was für den schutz tun will, bleibt dem park lieber fern. hanoi fanden wir wunderschon , es gab so viel zu sehen. nochmals danke für das hektische buchen,

mit freundlichen grüßen

dr. carsten b.  
 
Aprilhallo frau gresser, melden uns begeistert aus vietnam zurück und sind sehr zufrieden mit dem ablauf (und mit dem wetter). da sie um einen kleinen report baten, hier eine zusammenfassung. transfer zum hotel klappte prima hanoi und wasserpuppentheater sehr gut (obwohl schon einmal gesehen) ausflug in die kunsthandwerkerdörfer - töpferdorf = trotz kinderarbeit interressant (obwohl schon einmal woanders gesehen), künstler mit seinen bildern = naja, muss nicht sein – der mann (familie) hat sich auf massenproduktion eingestellt .... zugfahrt nach sapa hatten wir uns schlimmer vorgestellt – war ganz angenehm wanderung zu zwei dörfern bei sapa - schönstes erlebnis – wurden von kindern begleitet. die reisterrassen sagenhaft. markt in sapa toll, haben auch noch eingekauft (von minderheiten) bis die koffer voll waren bac ha irre, sehr, sehr ursprünglich fahrt nach hanoi mit zug klappte wieder gut.

trockene halong bucht fast besser als die richtige halong bucht ba be sehr lange, aber interressante fahrt. ..ankunft familienhotel (ba be hotel von herrn nguyen quynh), nette familie mit besonders gutem (und trotzdem billigen) essen. alles auch einfach, aber sauber. Wanderung ins benachbarte dorf (thai – minderheit) / sehr interressant bootsfahrt auf fluss und ba be see - grandiose bootsfahrt auf dem fluss – sehr empfehlenswert. Schöne grotte mit vielen fledermäusen.

danach super-wanderung zum tollen wasserfall – hier einziges aufeinandertreffen von moskitos und uns. obwohl weite anreise, wundervolles naturerlebnis. fast keine touristen. halong machten große und lange bootsfahrt am ersten tag (bis in dunkelheit), da am nächsten ein sturm angekündigt wurde und die see gesperrt werden musste. war auch besser so, da das heraus- und hineinfahren in den hafen ja schon 2 stunden benötigt und man am nächsten tag dieselbe zeit nochmal bräuchte. So kommt man weiter weg in entlegenere gebiete. superessen auf dem boot. tolle grotten ... hotels alle prima. fluggesellschaft (thai airways international) gut.

herr c.: wie sie schon angekündigt haben, einen bessseren gibt es wohl nicht. ein segen. was soll man mehr sagen.

thomas m.  
 
FebruarSehr geehrte Frau Gresser,

wie versprochen erhalten Sie von mir einen kurzen Erfahrungsbericht über unseren Vietnam/Kambodscha-Urlaub. Aus frühren Erfahrungen heraus wollten wir wieder mit Thai-Airways fliegen, des besseren Services wegen. Dies hat sich wieder bestätigt, in diesem Punkt ist man deutlich besser als bei Lufthansa aufgehoben. Hanoi: Das Thienthai Hotel ist sehr schön, für ein paar Übernachtungen absolut ausreichend. Es liegt günstig, um zu Fuß alle Sehenswürdigkeiten der Stadtmitte zu erreichen. Leider sind zur Zeit das Ho Chi Minh-Museum und -Mausoleum geschlossen. In unmittelbarer Nähe des Hotels befindet sich das Cha Ca La Vong-„Restaurant“, ein absolutes Unikum, hier gibt es nur eine Spezialität, ein am Tischholzkohleofen gegrilltes Fischgericht.

Ha-Long-Bucht: Für unseren Ausflug in die Ha-Long-Bucht waren wir im Bach Dang Hotel untergebracht. Es liegt an der Strandpromenade und bietet schöne, geräumige Zimmer mit tollem Meerblick. Der Bootsausflug fand zwar bei nicht optimalem Wetter statt, war dafür aber nicht weniger beeindruckend, besonders der Abstecher in die Tropfsteinhöhle war packend. Hue: Leider hatte der Flieger nach Hue ca. 2 Stunden Verspätung und so wurde unsere bereits knapp kalkulierte Zeit für Besichtigungen noch weiter reduziert. Jedoch konnten wir mit einem über das Hotel gechartertem Auto den Rest unseres „Programms“ früh morgens besichtigen. Das Morin Hotel (im französischen Kolonialstil) feierte gerade seinen 100. Geburtstag und ist in einem sehr guten Zustand. Ein Sprung in den Pool nimmt einem die Strapazen der Reise. Hoi An: Die lieblichste Stadt auf unserem Weg war sicherlich Hoi An mit seinen Gässchen, unzähligen Restaurants und einmaligen Sehenswürdigkeiten. Der Aufenthalt hier war auch besonders gelungen, da wir im Hoi An Beach-Resort Hotel untergebracht waren. Ein absoluter Traum. Die Anlage liegt auf einer Landzunge zwischen Fluss und Meer, egal auf welche Seite das Zimmer der kleinen 4-Zimmer-Villen zeigt, der Blick ist immer sehr schön. Wir hatten besonderes Glück, 1.Etage mit Fluss-Blick, und fast kitschigem Sonnenuntergang mit Palmenkulisse. Dieses Hotel würde sich auch für einen längeren Aufenthalt anbieten.

Nha Trang: Bei der Ankunft bei den Bao Dai Villen waren wir wie vom Donner gerührt. Von einem mormorbiden Charme der Anlage in einem schönen Park konnten wir nicht sprechen. Der gesamte Park ist verwahrlost, das Zimmer war winzig, mit Flohmarktmöbeln lieblos vollgestellt. Die Dame an der Rezeption war lustlos, unfreundlich und nicht sehr kooperativ. Unserer Bitte, uns ein anderes Zimmer zu zeigen (wir waren der Meinung kein Superior bekommen zu haben) kam man nicht nach. Die Anlage liegt gleich neben dem Hafen. Von einem schönen Ausblick kann also keine Rede sein, es sei denn man findet Gefallen an alten verrosteten Frachtern und Tankschiffen, die vor sich hin dümpeln. Vielleicht war das Hotel vor ein paar Jahren noch soweit o.k., für mehr als eine Übernachtung ist es allerdings jetzt nicht mehr zu empfehlen. Somit war das Hotel nicht tragbar. Ihr Kollege in Saigon war jedoch sehr hilfsbereit und flexibel. Nach kurzer Zeit hatte er telefonisch ins Yasaka-Saigon Hotel umbuchen können. Dies entspricht zwar auf den ersten Blick nicht unbedingt dem, was wir unter nett und schnuckelig verstehen, es bietet jedoch einwandfreien Service und Komfort, außerdem verfügen alle Zimmer über Meerblick. Über das Hotel konnten wir mehrere Ausflüge zu Lande und zu Wasser ordern, die allesamt sehr schön und beeindruckend waren. Für alle Biologen ein Muss ist das Yersin-Museum, das dem Entdecker des Pest-Erregers (den er hier fand und beschrieb und später dem Entdecker zu Ehren in Yersinia pestis benannt wurde) gewidmet ist. Die letzten zwei Tage hatten wir uns dem Faulenzen hingegeben. Gott sei Dank verfügt das Hotel über einen Pool, denn durch die Ausläufer des Taifuns LingLing war die Brandung so stark, dass ans Baden im Meer nicht zu denken war. Wieder ein Plus für dieses Hotel. Den Aufpreis von 15 $/d haben wir gerne in Kauf genommen. In den Bao Dai Villen wären wir wahrscheinlich depressiv geworden. Saigon: Eine quirlige Großstadt-Atmosphäre, ein interessanter Kontrast zum eher beschaulichen Leben, das wir bisher in Vietnam kennen gelernt hatten. Durch ein straff organisiertes Sightseeing Programm konnten wir vieles der Stadt mitbekommen.

Siem Reap: Für unsere zwei Übernachtungen war das Ta Prohm Hotel schon in Ordnung, vielleicht sollte man auch hier in paar Mark mehr investieren und eines der neueren Hotels bevorzugen, die gerade fertig geworden sind. Die Besichtigung von Angkor war dann noch einmal ein Höhepunkt am Ende unserer Reise. Allgemeines, Grundsätzliches: Bei unseren insgesamt 10 Flügen kam es zu keinerlei Problemen (wir und unser Gepäck kamen immer zeitgleich an), jedoch verlangen alle Flughäfen in Vietnam seit dem 1.11. eine zusätzliche Gebühr, die zw. 25.000 und 50.000 Dong/Person liegt. Wir wurden immer am Flughafen erwartet und freundlich in Empfang genommen. Unsere verschiedenen Reiseleiter und deren Fahrer waren sehr nett und kompetent. Unser besonderer Dank gilt Herrn Thrang (o.ä) im Norden, der eine sehr harmonische und herzliche Beziehung herstellen konnte. Er hatte in Ha Long ein tolles Mittagessen organisiert, worauf hin wir ihn und den Fahrer zum Abendessen einluden, in ein Restaurant, das die beiden empfohlen hatten. Wir verbrachten einen wunderschönen Abend. Weiterhin möchten wir uns bei ihrem Kollegen aus Saigon bedanken, der unseren Aufenthalt in Nha Trang rettete.

Ein paar Tipps am Rande: In Vietnam kann man mit D1 mobil telefonieren, in Kambodscha mit D2. Wir hatten uns vorher informiert, beide SIM-Karten dabei, somit keine Probleme. Internet-Cafes sind weit verbreitet, man findet sie fast an jeder Ecke. Die Preise liegen zw. 100 und 300 Dong/m, in Hotels ca. 1000 Dong. Mailen ist somit überhaupt kein Problem.

Gerhard N.  
JanuarEisenbahmimpressionen aus Vietnam Schon seit längerer Zeit war es Wunsch von mir, einmal per Eisenbahn Vietnam zu erkunden.

Vietnam, mir (Jahrgang 1947) bestens noch vom Vietnam- Krieg unseligen Angedenkens in Erinnerung, dann lange Zeit in Vergessenheit und ideologischer Starrheit geraten.

Jetzt, seit ca 1985 , auf dem Weg Anschluß an die Welt zu suchen und sich dem Tourismus zu öffnen. Dieses Land, bis jetzt noch einigermaßen von touristischen Auswüchsen verschont, im wahrsten Sinn des Wortes zu „erfahren“, war mein Wunsch, den ich mir im August 2001 erfüllte. Die Vorbereitung geschah mittels Internet. Der Fahrplan von Vietnam Railways ist im Internet eingestellt. Die notwendigen Verbindungen können also herausgesucht werden. Das ist keine große Kunst: die Zahl der Züge und Strecken ist so groß nicht. Auf der Haupt-verbindungsstrecke von Saigon nach Hanoi fahren ganze 4 Züge, die laut Fahrplan für die 1726 km lange Strecke 41 Stunden benötigen. In Hanoi gabelt sich dann das Schienenetz: eine Strecke führt über ca 400km den Roten Fluß entlang nach Loa Cai an die chinesische Grenze, ( und nach China hinein, allerdings nur im Güterverkehr). Die zweite führt über ca ca 80 km nach Haiphong, dem Haupthafen des Landes. Gebaut wurde die Bahn in den dreißiger Jahren als eingleisige Schmalspurbahn . Den Gerüchten nach soll sie langsam fahren ,sehr unkomfortabel und äußerst verspätungsanfällig sein. Lassen wir uns also überraschen !! Flugtickets, die notwendigen Fahrkarten für die Eisenbahn und Hotels, sowie das notwendige Visa besorgte ich mir über ein vietnamesisches Reisebüro. Alles (?) war bedacht, der Rucksack gepackt, es konnte losgehen. Nach störungsfreiem Flug via Bangkok nach Saigon Ankunft gegen 13.00h Ortszeit. Die erste erfreuliche Überraschung erwartet mich: auf mich warten ein Reiseleiter und ein Fahrer mit einem klimatisiertem Auto. Die beiden bringen den „Rucksacktouristen“ ins Hotel Continental, eines der größeren Hotels in der Stadt. Die Vorteile eines klimatisierten Hotelzimmers sollte ich noch zu schätzen lernen. Mein Plan sieht vor erst einmal zwei Tage in Saigon zu verbringen, den time-lag ( 6Stunden Zeitverschiebung sind zu verkraften! ) auszutarieren, dann die ersten 400 km bis Nha Trang zu fahren. In Nha Trang will ich noch einmal zwei Tage Stop zum Baden einlegen, bevor dann die Eisenbahnfahrt richtig losgeht. Aber zunächst gilt es Saigon (oder offiziell Ho-Tschi-Minh-Stadt) ein wenig zu erkunden. Und da tritt sofort die erste Schwierigkeit auf: es gibt ca 80 Millionen Vietnamesen, und jeder scheint ein Moped zu besitzen mit dem er/sie immer fährt. Es gilt immerhin Rechtsverkehr, alle anderen Verkehrsregeln scheinen als grober Vorschlag aufgefaßt zu werden. Beim Spaziergang tritt schon nach kurzer Zeit das befürchtete Problem auf: das Ziel liegt auf der anderen Seite einer vierspurigen Straße. Ob ich es jemals erreichen werde? Dem zaudernd am Straßenrand verharrenden Fremdling kann geholfen werden. Ein Vietnamese sieht meine Unschlüssigkeit, nimmt mich kurzentschlossen bei der Hand und geleitet mich – getreu dem Motto: einfach losgehen, nur nicht stehenbleiben . sicher auf die andere Straßenseite. Nun, ich bin schon über 50, da kann man sich ruhig über die Straße helfen lassen!!

Saigon ist eine Stadt wie viele Millionenstädte auf der Welt: laut, hektisch und heiß. Aber mit einer Besonderheit: es gibt so gut wie keinen öffentlichen Personennahverkehr. Es fahren zwar Stadtbusse mit festgelegter Linienführung, aber ohne festen Fahrplan. Kein Wunder, bei dem chaotischen Verkehrsgewühl auf den Straßen. Nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit mit dem touristischen Pflichtprogramm für Saigon (Nationalmuseum, Kriegsmuseum, China-Town, verschiedenen Pagoden und Märkten, sowie einem Abstecher ins Mekong-Delta) geht es dann endlich los. Nebenbei bemerkt, weder Reiseleiter, noch Zufallsbekanntschaften auf der Straße, geschweige denn der Fahrer konnten verstehen, wie einer freiwillig die Strapaze einer Bahnfahrt auf sich nehmen will. Der Bahnhof von Saigon liegt im 3. Stadtbezirk, einem eher „bürgerlichem“ Wohngebiet . Gar nicht so einfach zu finden, da es keine Hinweisschilder gibt. Zug S 6 soll um 11.10h seine Reise beginnen und um 20.00h in Nha Trang ankommen .9 Stunden für 400 km !! Ein Geschwindigkeitskoller ist nicht zu befürchten. Es ist ein langer Zug, 10 Wagen, gezogen von einer Diesellok. Ich habe einen Platz reserviert im Wagen Nr. 9. Es handelt sich um einen Wagen der weichen Klasse : 4-Bett-Schlafabteil, klimatisiert. Sehr angenehm bei den draußen herrschenden Temperaturen.. Andererseits für den Fotografen aber auch sehr nachteilig: die Fenster sind nicht zu öffnen. Mal schauen, was zu machen ist um an Fotos zu kommen. Pünktlich auf die Minute setzt sich Nr S 6 in Bewegung. Zunächst geht es lange durch das dicht bebaute Siedlungsgebiet von Saigon, erst allmählich lockert die Bebauung auf und es folgt landwirtschaftlich genutztes Land. Ich mache einen Spaziergang durch den Zug: in typisch sozialistischer Art und Weise gibt es unterschiedliche Klassen. Zunächst Wagen 10 als Packwagen und mit Abteilen für das Zugpersonal. Dann Wagen 9, klimatisiert, Wagen 7 und 8 Liegewagen mit 6 Pritschen, Wagen 5 und 6 Sitzwagen mit weichen Sitzen und schließlich die Wagen 2, 3 und 4 Holzklasse. Wagen 1 dient als Speisewagen, d.h. ein großer Tisch steht in der Mitte, Sitzbänke davor, an einem Ende ist der Ofen auf dem die Mahlzeiten angerichtet werden. Na ja, da wird doch keiner über Hygiene nachdenken! Alle Wagen haben zur Lüftung Ventilatoren an der Decke. Die Fenster sind vergittert, angeblich zur Sicherung gegen Steinwürfe. Im Süden Vietnams wurde das Hochschieben der Gitter vom Zugpersonal toleriert, im Norden nicht ! Nun, noch sind wir tief im Süden und so kann ich aus Wagen 8 bei Bedarf fotografieren. Nach ziemlich exakt zwei Stunden Fahrt halten wir an einer Ausweichstelle. Ein Blick auf die Kilometrierung zeigt an, bis jetzt haben wir 60 km geschafft Offensichtlich handelt es sich um einen Planhalt, denn draußen spielt sich ein reger Marktbetrieb ab. Auch ich erstehe einiges frisches Obst. Der Gegenzug kommt und fährt langsam an uns vorbei. Interessant die Betriebsabwicklung, eine Menge Personal wird beschäftigt. Arbeitskräftemangel ist (noch) kein Thema in Vietnam. Jede Weiche wird durch einen Bediensteten bedient, einer steht mit einer gelben Flagge am Bahnsteig. Während der Zug vorbeifährt ist die Flagge gehoben und der Zug wird beobachtet.. Im letzten Wagen des Zuges wird ebenfalls das Ende des Zuges durch eine gelbe Flagge angezeigt. Wenn die beiden Flaggen sich begegnen, weiß der Bahnhofsbedienstete, daß der letzte Wagen soeben vorbeigefahren ist, und der Schaffner im Zug weiß, daß beim Zug alles in Ordnung ist. Wenn die Weichenstraße hergestellt ist, wird mit grüner Flagge das Abfahrtsignal gegeben.

Das ganze geschieht in aller Ruhe und mit Bedacht. Die Fahrt verläuft im Zuckeltempo weiter, die Landschaft draußen zieht vorbei, typische Bilder von Dörfern, Menschen und Feldern, wie wir sie aus Filmen kennen. Mittlerweile sind Kontakte zu den Mitreisenden geknüpft. Ein junges Paar, sie Wienerin, er Spanier reisen als Rucksacktouristen durch Vietnam, ein junger Chinese kommt aus Paris, ist als Kind aus dem Land mit seiner Familie geflohen und besucht nun zum ersten Mal Verwandte im Land seiner Väter. Die Zeit verfliegt, draußen wird es dunkel gegen 18.00h und Vietnam Railways serviert das Abendessen. ( im Preis einbegriffen, Service am Platz, auch in den anderen Klassen). 20.20h – wir erreichen Nha Trang mit 20 Minuten Verspätung, also fast pünktlich. Kurz eine Beschreibung von Nha Trang: Die Stadt ist ein beliebtes Seebad mit einem luftigen, palmengesäumten Boulevard am Wasser mit Cafes und Fischrestaurants.Vor der Stadt liegen ein sechs Kilometer langer Sandstrand und Inseln.Nhas Trang ist einer der angenehmsten und entspannendsten Aufenthaltsorte in Vietnam, vorausgesetzt es gelingt, den zahllosen Strandhändlern und Masseuren aus dem Weg zu gehen. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Zwei Tage später, 20.20h, Zug S6 soll mich wieder aufnehmen und per Nachtfahrt nach Danang bringen. Der Zug ist wieder fast pünktlich. In Nha Trang großer Passagierumschlag. Der Zug leert sich und wird wieder voll. Aber keine Bange: auf der Strecke Saigon – Hanoi werden nur reservierte Plätze vergeben. Wieder im klimatisierten Wagen 9, diesmal allerdings umgeben nur von Vietnamesen. Auf dem Gang höre ich plötzlich deutsche Stimmen. Unglaublich, nach einer Woche nur englischer Verständigung dauert es ein Weilchen, bis die deutschen Laute richtig verortet sind. Aber ich sehe nur Vietnamesen um mich herum ! Des Rätsels Lösung, zwei Mädchen, eindeutig Vietnamesinnen unterhalten sich auf deutsch. Ich spreche sie an, sie kommen aus Schwerin , Vater Deutscher, Mutter aus Vietnam und sie besuchen die Großeltern. Vor mir liegen 524 km , Ankunftszeit laut Plan 8.29 h in Danang. Danang eine hektische Stadt, bekannt als größter amerikanischer Stützpunkt während des Vietnamkriegs. Lohnenswert ein Besuch des Cham-Museums. Hier sind ca 300 Skulpturen ausgestellt aus der Zeit der Champa, die in Vietnam bis zum 14. Jahrhundert herrschten. Ca 50 km von Danang entfernt liegt als touristisches „Muß“ die alte Hafen- und Handelsstadt Hoi An. Empfehlenswert hier ist ein Bummel über den Markt, mit seinen vielfältigen Möglichkeiten des Einkaufens (Textilien) und der verschiedenen Gaumenfreuden, die schmackhaft und preiswert angeboten werden. Schwierig sind nur die Platzverhältnisse: gesessen wird auf kleinen Plastikstühlchen. Die sind ausreichend groß für Vietnamesen, der Europäer bekommt so seine Schwierigkeiten in punkto Beinlänge und Breite ! Am anderen Morgen 8.54h Abfahrt wieder mit dem mittlerweile vertrauten Zug S 6. Diesmal allerdings nicht im Wagen 9, sondern im Wagen 5, weiche Sitze. Es geht über 103 km bis zur alten Kaiserstadt Hue, Ankunft 12.29h.Nun, heute morgen wird die vietnamesische Eisenbahn ihrem Ruf gerecht: der Zug hat fast eine Stunde Verspätung ! Was soll es, das gibt Zeit, um sich im Bahnhof umzusehen. In Vietnam werden die Bahnsteige erst kurz vor der Ankunft des Zuges geöffnet, die Reisenden sitzen in großen Warteräumen. Die wenigen Züge die fahren sind voll. Die Bahnhofsgebäude stammen alle noch aus der französischen Zeit der 30-iger Jahre mit einem eigentümlichen Charme. Die Personenwagen stammen aus chinesischer Produktion, sind einwandfrei gepflegt. Die Diesellokomotiven mit unterschiedlichen Typ entstammen, soweit ich das feststellen konnte, tschechischer Produktion. In der Wartehalle sind neben den Fahrplänen auch die Fahrpreise angeschlagen. Für Ausländer gelten andere , natürlich höhere Fahrpreise. Na ja, wir brauchen ja auch mehr Platz!! Endlich läuft S 6 ein. Wagen 5 ist schnell gefunden, mein Platz ebenso. Leider ein Gangplatz und die Fenster sind vergittert. Schlechte Aussicht, im wahrsten Sinn des Wortes. Es beginnt der faszinierendste Teil der Fahrt. Unmittelbar hinter Danang schiebt sich das Gebirge bis ans Meer vor. Der Zug benötigt die Schubkraft zweier weiterer Lokomotiven. Die Bahn schraubt sich über Tunnel und Serpentinen in die Höhe. Grandios die Ausblicke zum Meer hinunter, unberührte weite Strände. Dieser Teil der Fahrt kann ohne weiteres mithalten mit den wohlbekannten Schweizer Alpenstrecken. Bei genauerem Hinblicken sieht man noch Überreste aus dem Krieg, alte Bunker und Befestigungen. In Lang Co hat der Zug die Meereshöhe wieder erreicht, die Schubloks koppeln ab. Für knapp 22 km haben wir eine Fahrtzeit von 1 ¼ Stunde benötigt.

Bis nach Hue, meinem heutigen Ziel geht es nun am Meer entlang in Sichtweite der Nationalstraße 1, die Saigon mit Hanoi verbindet. Hue-die alte Kaiserstadt, ziemlich in der Mitte von Vietnam gelegen. Die Narben des Krieges sind noch deutlich zu sehen im alten Kaiserpalast, der fast völlig zerstört wurde. Doch überall geht der Aufbau voran. Mittelvietnam gilt als das Armenhaus Vietnams. Ein Bummel per Rikscha durch die Stadt läßt die bescheidenen Lebensbedingungen ahnen. Viele Leute leben auf Booten, die Arbeitsplatz und Behausung zugleich sind. Der Fluß „der 1000 Wohlgerüche“ dient als Wasser und Abwasser zugleich, Wäsche wird im Fluß gewaschen, Kinder baden, Wasser zum Kochen wird eingeholt Es existiert keine Kläranlage. Aber auch hier wie im übrigen Vietnam, rege Geschäftigkeit, rege Bautätigkeit. Viele Häuser zeigen auf dem Baustein die Jahre ab 1985, dem Beginn des „neuen Weges“ in Vietnam..Den Bauern ist es erlaubt, auf eigene Rechnung Reis zu produzieren und in kurzer Zeit verwandelte sich Vietnam vom Reisimporteur zum Reisexporteur. Immer wieder zu hören „uns geht es gut“ ein ungeheurer Optimismus ist zu spüren. Am nächsten Mittag, 15.52 h geht es weiter Richtung Norden, diesmal mit Zug S 8, die Reservierung sieht wieder Wagen Nr.9 vor.

Es ist mittlerweile recht heiß und schwül geworden, ich freue mich auf den klimatisierten Wagen. Aber oh Schreck, diesmal ist Wagen 9 zwar weiche Klasse mit einem 4-Bett-Abteil, aber nicht klimatisiert !! Und mein Platz scheint auch besetzt zu sein. Eine Gruppe Vietnamesen sitzt im Abteil und feiert bei Essen und trinken. Dem verstörten Fremden wird geholfen. Bevor ich recht weiß was Sache ist, ist mein Rucksack in der Gepäckablage verstaut, ich sitze auf meinem Platz (Gott sei dank in Fahrtrichtung bei geöffnetem Fenster !) vor mir steht eine Dose kühles Bier und ich werde zum essen aufgefordert. Mit Händen und Füßen erfolgt die Verständigung – kurz und gut, es wird eine kurzweilige Fahrt. Die üblichen Fotos werden geschossen und Adressen ausgetauscht. Nach Einbruch der Dunkelheit, wird das meeting aufgelöst, die Abteilgefährten kriechen ins Bett, ich ebenso. Am anderen Morgen mit Sonnenaufgang fährt der Zug durch eine pitoreske Landschaft, die trockene Halong-Bucht. Pünktlich 8.30h erreicht unser Zug seinen Bestimmungsbahnhof Hanoi nach 1726 km Fahrt. Hanoi macht einen ganz anderen Eindruck als das laute, quirrilige Saigon. Die Stadt wirkt überaus gepflegt, viele Straßen sind von Schatten spendenden Bäumen gesäumt. Die vielen Seen in der Stadt lockern zusätzlich auf und bilden gern besuchte Oasen der Ruhe. Viele europäische Bauten stehen neben alten Tempelanlagen. Beeindruckend ein Bummel durch die „36 Straßen“, die traditionellen Geschäftsstraßen der Hanoier Altstadt. Unbedingte Pflicht für jeden Hanoi Besucher ist ein Besuch des Ho-Tschi-Minh-Mausoleums.

Die Vietnamesen verehren Ho als Patrioten, der das Vaterland einte, Der Kommunismus wird ihm nachgesehen.Nicht versäumen sollte man ebenfalls einen Besuch im Wasserpuppentheater. Diese traditionelle Kunst wird nur in Hanoi geboten. Genau wie in Saigon gibt es auch in Hanoi keinen geregelten ÖPNV. Die Straßenbahn ist vor einigen Jahren eingestellt worden. Irgendwelche Überreste konnte ich nicht entdecken. Die Linienbusse fahren festgelegte Strecken, aber ohne festen Fahrplan. Diesmal lasse ich es mir nicht nehmen, eine Strecke abzufahren. Alter Bus, mit Schaltung, der 2. Gang erledigt alles. Natürlich sehr gut gefüllt. Der Einheitspreis für die Benutzung steht am Bus angeschrieben. Der Schaffner kommt durch und verkauft die Fahrkarten. Unglaublich mit welcher Ruhe der Fahrer zigarettenrauchenderweise sein schweres Fahrzeug durch das Gewühl der Mopeds steuert. Im Schrittempo geht es vorwärts in Richtung Außenbezirke. An der Endstelle kurze Pause, dann geht die Fahrt wieder retour in die Stadt. Ein Erlebnis, aber jeden Tag möchte ich das nicht mitmachen. Hanoi im Sommer , das ist Hitze kombiniert mit hoher Luftfeuchtigkeit. Kaum aus dem klimatisiertem Hotelzimmer gegangen, kleben schon die Kleidungsstücke am Körper und die Schwüle lähmt Gedanken und Taten. Mir wurden Beschreibungen aus der Literatur verständlich, in denen die Lethargie beschrieben wird, die die europäischen Kolonialbeamten in den Tropen überfiel. Wer es sich leisten konnte, verbrachte den Sommer in der „Sommerfrische“ - für Hanoi war das Sa Pa , ca 400km entfernt in den Bergen.

Die Anreise in diesen herrlichen Bergort ist etwas kompliziert. Von Hanoi benötigt die Bahn ca 10 Stunden bis Lao Cai, an der Grenze zu China. Diese 10 Stunden im Zug, weiche Klasse , Ventilator, vergitterte Fenster werden mir im Gedächtnis bleiben. Zunächst, der Schaffner ließ sich nicht erweichen, das Gitter am Fenster mußte unten bleiben – schade, die Aussicht war doch eingeschränkt, fotografieren unmöglich. Aber das Innenleben des Zuges entschädigte. Viele waren bestrebt, ihr Englisch auszuprobieren und suchten eine Unterhaltung mit dem Fremden. Über das tägliche Leben wurde berichtet und über die Pläne für die Zukunft. Essen wurde gereicht, Fotos wurden gemacht und Adressen ausgetauscht. Die Fahrt verging schnell. Von Lao Cai bis Sa Pa sind es dann noch 40 km. Fahrt auf einer kurvenreichen Bergstraße, die sich um Täler, durch Dörfer der Bergstämme und Reisfelder windet, ehe sie Sa Pa erreicht. Die Durchschnittstemperatur ist ungewöhnlich mild, 18-23 Grad Celsius. Eine Wohltat nach den tropischen Temperaturen unten in Hanoi. Die Gegend um SaPa gilt als herrliches Wanderrevier, überragt vom Phan Si Pang, Vietnams höchstem Gipfel mit 3143 m . Um Sa Pa leben sehr viele Minderheiten, die durch ihre farbenprächtigen Trachten auffallen. Nach einem Tag Aufenthalt verbunden mit einer kleinen Wanderung zu Dörfern der Minderheiten ging es im Nachtzug zurück nach Hanoi. 10 Stunden auf einer Holzpritsche im Liegewagen, das ergab orthopädische Probleme. Zum Schluß ist noch die letzte Strecke zu befahren und ein weiterer Höhepunkt zu genießen.. Von Hanoi führt die Bahn über 80 km nach Hai Phong, dem Haupthafen des Landes. Diese Züge fahren vom Vorstadtbahnhof Lon Bien ab. Ein Bahnhof bestehend lediglich aus einem Bahnsteig ohne Ausweichmöglichkeit. Direkt hinter dem Bahnhof überquert die Bahn auf einem imponierenden Viadukt den roten Fluß. Ansonsten verläuft die Strecke landschaftlich uninteressant.

Deutlich zu sehen ist der wirtschaftliche Aufschwung. Überall sind neue Fabrikgebäude entstanden oder entstehen gerade und parallele zur Bahn wird die Straße zur vierspurigen Autobahn ausgebaut ! Von Hai Phong sind es noch ca 1 ½ Stunden Autofahrt bis zur Ha-Long-Bucht, einer atemberaubenden Schönheit. Die unwiderstehliche Faszination dieser weiten Bucht geht von den mehr als 3000 malerischen Kalksteininseln aus. Wind und Wellen formten sie zu bizarren Felsnadeln und schufen eine unverwechselbare Landschaft, die unverzichtbarer Höhepunkt einer Reise durch Vietnam ist. Vollgefüllt mit Eindrücken ging nach drei Wochen die Fahrt zu Ende. Der Rückflug startete in Hanoi und der Flughafen bietet ein genaues Abbild des Wandels, den das Land durchmacht. Die Ankunftshalle , neu gebaut mit einer futuristische anmutenden Architektur. Die Abflughalle dagegen in hergebrachter sozialistischer Ausstattung, die Warteräume notdürftig überstrichen und spartanisch mit Sitzgelegenheiten ausgestattet..

Bei den Toiletten ist dann offensichtlich der Etat zu Ende gewesen, denn die erinnern fatal an die DDR-Raststätten unseligen Angedenkens. Die Ausreiseformalitäten dann wieder ohne Probleme. Ich habe Vietnam als wunderschönes Land erlebt mit herrlichen Landschaften. Es gibt wunderschöne Strände, aber auch Gebirge. Nicht zu vergessen die zahlreichen kulturellen Zeugen einer an Ereignissen reichen Vergangenheit. Aber das beeindruckendste waren die Menschen. Überall ist eine einmalige optimistische Aufbruchstimmung zu spüren.

Vietnam findet seinen Weg in die Zukunft und ich wünsche den Menschen viel Glück dabei.

Hellmut M.  
  

 

  

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