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Naturschutzreservate in Vietnam
Pflanzenwelt Ursprünglich waren mehr als zwei Drittel der Landfläche Vietnams mit tropischem Wald bedeckt, auf dem pro m² bis zu 150 verschiedenen Baumarten stehen können (in Mitteleuropa entfallen auf die gleiche Fläche nur 8-10 Arten). Im Landesinnern herrschte immergrüner Regenwald vor, mit bis zu 50 m hohen Baumriesen, und die Mangrovenwälder im Süden schützten die Flachküsten vor den Kräften des Meeres. Der natürliche Reichtum des Landes an Edelhölzern, Gewürzen (z.B. Zimt), Heilkräutern, Orchideen, Palmen, Bambus, Zuckerrohr und tropischen Früchten hat seit mehr als zwei Jahrtausenden fremde Eroberer nach Vietnam gelockt Aufgrund der Kriege und der traditionelle Brandrodung der Bergvölker sowie der gewerbsmäßigen Gewinnung von Feuerholz und Holzkohle, für Millionen von Vietnamesen immer noch die einzige Energiequelle, ist heute nur noch weniger als ein Drittel der Landfläche Vietnams von ursprünglichen Wäldern bedeckt.  
Tierwelt Vietnams Bestand an Wildtieren ist durch die Bomben und Gifte der Amerikaner erheblich dezimiert worden. Allein im Süden Vietnams kam 1 Million Wasserbüffel ums Leben. Um so erstaunlicher ist es, daß in den letzten Jahren vermehrt Tierarten wieder aufgetaucht sind, die nicht in Vietnam, sondern auch in der übrigen Welt bereits als ausgestorben galten. Vor allem in den entlegenen Regenwäldern des Nordwestens konnten seltene Arten im Verborgenen überleben. Vietnam ist die Heimat von 275 Säugetierarten sowie von über 800 Vogel- und 2600 Fisch- und Reptilienarten. Warane, Gürteltiere, Tapire, Bären, Pangoline, riesige Pythons und junge Wildkatzen kann man manchmal auf den Tiermärkten der Städte bewundern, obwohl der Handel mit bedrohten Arten auch in Vietnam inzwischen verboten ist. Seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten, die in Vietnam vorkommen: Vu-Quang-Wildrind, Riesen Muntjak, Wildrind Kouprey, der "Kurze-Hosen-Affe" Delacour-Langur, Elefant, Tiger, Java-Nashorn u.a. Beispiele seltener Vögel, die in Vietnam beobachtet worden sind: Sarus-Kranich, Blauracke, Nashornvogel, (Riesen-) Eisvogel, Schlangenhalsvogel, Smaragd-Fliegenschnäpper, Schlangenadler, Fischeule, Schwarze Rohrdommel, seltene Fasanenarten, Sonnenvögel u.v.a.  
Cat Ba Nationapark Cat Ba ist eine sehr hübsche Insel und Vietnams schönster Nationalpark. Es gibt dort viele Seen, Wasserfälle und Grotten in den spektakulären Kalksteinbergen, von denen die höchsten 331 m über dem Meeresspiegel liegen. Die meisten oberirdischen Flüsse und Seen führen nur zeitweilig Wasser, weil der größte Teil des Regenwassers versickert und in unterirdischen Strömen zum Meer fließt. So herrscht hier in der Trockenzeit Wassermangel. Obwohl Teile der Landfläche der Insel unter dem Meeresspiegel liegen, ist der größte Teil leicht hügelig und zwischen 50 - 200 m hoch. Das Wasser um Cat Ba beherbergt 200 Fischarten, 500 Weichtierarten (Schnecken und Muscheln) sowie 400 Arten von Gliedertieren, wie Krebsen und Spinnen. An größeren Seetieren gibt es Seehunde und drei Arten von Delphinen. Der Nationalpark ist die Heimat von 15 Säugetierarten, wie z.B. der Affe Presbytis francoisi poliocephalus, das Wildschwein Sus scrofa, Rehwild, Eichhörnchen und Igel. 21 Vogelarten, einschließlich Habicht, Hornschnabel und Kuckuck sind hier beobachtet worden. Cat Ba liegt auf einer der Flugrouten von Wasservögeln - Enten, Gänse und Strandvögel, die in den Mangrovenwäldern und an den Stränden brüten. Die 620 Pflanzenarten, die auf Cat Ba wachsen, schließen 118 Gehölze und 160 Heilkräuter ein.  
Cuc Phuong Nationalpark Vietnams erster Nationalpark, 1962 eingerichtet, ca. 80 km südwestlich von Hanoi, ist einer der wichtigsten Nationalparks von Vietnam. Er besteht aus ca. 222 m² Urwald und ist die Heimat einer erstaunlichen Vielfalt von Wildtieren. Es gibt 1967 Pflanzenarten mit 217 Familien und 749 Gattungen, 1800 Insektenarten mit 30 Ordnungen und 200 Familien, 137 Vogelarten und 33 Reptilienarten. Unter der Vielfalt von Tieren gibt es einige Arten, die hier entdeckt worden sind, wie z.B. ein Baum namens Bressiaopsis Cucphuongensis und das endemische rotbrüstige Eichhörnchen Callosciurus erythrinaceus Cucphuongensis. Auch den Rhesusaffen Macaca mullata kann man hin und wieder in den Wäldern beobachten. - In der Con Moong Höhle, einer der vielen Grotten des Parks, sind Steinwerkzeuge von Menschen aus vorgeschichtlicher Zeit entdeckt worden (ca. 6000-7000 v.Chr).  
Tam Dao Hill Das 930 m hoch gelegenen Arcade d'Argent, das "Dalat des Nordens", wurde ab 1907 als Kurort und Sommerfrische für die wohlhabenden französischen Kolonisten errichtet. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über 6-8° niedriger als in der Ebene. Die Region ist als Naturschutzgebiet noch heute reich an ursprünglicher Flora und Fauna, seltenen Hölzern, Orchideen, Wild, Vögeln und Myriaden von Schmetterlingen. Tam Dao liegt etwa 70 km nordwestlich von Hanoi.  
Nam Cat Tien Nationalpark Ein neu eingerichteter Park, 36.000 ha groß, ca. 110 km nordöstlich von Saigon am Fluß Dong Nai mit tausendjährigen bis zu 40 m hohen Baumriesen. Dieser Park hat unter den Entlaubungsaktionen der Amerikaner während des Vietnamkrieges schwer gelitten, aber die großen alten Bäume haben überlebt, und die kleineren Pflanzen haben sich erholt. Auch der Bestand an Wildtieren hat sich regeneriert. Das Gebiet soll Heimat des Java-Nashorns sein, das als seltenstes lebendes Säugetier betrachtet wird. Ein anderes seltenes Tier, das hier entdeckt wurde, ist eine Rinderart, genannt Gaur. Hier leben mehr als 60 Säugetier- und Reptilienarten, und in den ausgedehnten Wald- und Sumpfgebieten, die früher den größten Teil Südvietnams bedeckten, kann eine unglaubliche Vielfalt von interessanten Vögeln - darunter einige vom Aussterben bedrohte Arten - beobachtet werden.  
Texte z. T. frei nach Reise-Know How Vietnam von Hella Kothmann und Wolf-Eckart Bühler, Peter Rump-Verlag, 9. Aufl. September 2008.
Weitere Informationen z.B. unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnam

 

  

 

  

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