Sehenswürdigkeiten in Kambodscha

Phnom Penh ist keine Hauptstadt, die mit berühmten Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Wenn man aber in die verwinkelten Gassen im Zentrum der Stadt vordringt, entdeckt man das echte asiatische Leben. Menschenmengen schieben sich an dampfenden Garküchen, zerrupften Hühnern, grünen Bananenstauden und zahllosen kleinen Geschäften vorbei. Ebenso bunt geht es auf den großen Märkten zu.
Der Reiz des heutigen Phnom Penh liegt darin, dass es, obwohl auf dem Weg zu einer typisch asiatischen Großstadt, trotzdem seinen provinziellen Charme noch nicht verloren hat. Phnom Penh ist noch weit davon entfernt, ein verpesteter Moloch wie Bangkok zu sein. Jedoch ist es lebhafter als Vientiane oder Hanoi, aber erholsamer und übersichtlicher als Saigon. Auch der Charakter Phnom Penhs ist unvergleichlich. Asiatisch sind die Menschenmassen, die die Straßen und Märkte beleben, chinesisch die Geschäftsleute, international die Gastronomie, und alles vermischt mit einem gewissen französischen Flair.
Überall in der Stadt trifft der Besucher auf Relikte der französischen Kolonialzeit, die Phnom Penh ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt haben. Prachtvolle, im Jugendstil erbaute Villen, mit blühenden Bäumen bepflanzte Boulevards und frische Baguettes an den Straßenecken machen den Einfluss Frankreichs unübersehbar. Der besondere Reiz für den Besucher liegt im Erleben der Stadt und nicht im Abhaken eines touristischen Pflichtprogramms. Das Schlendern über lebendige Märkte, der Besuch einer Pagode und das Gespräch mit einem Mönch, das Beobachten des mittäglichen Treibens an den Ufern des Tonle Sap oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen auf der Straße sind kleine , aber auch unvergessliche Höhepunkte in einer noch nicht vom Massentourismus überschwemmten Stadt.
In Phnom Penh findet man sich schnell zurecht, denn die Straßen sind schachbrettartig angeordnet. Während der französischen Kolonialzeit wurde neue Stadtteile zunächst auf dem Reisbrett geplant. Auf Grund des sumpfigen Umlandes, das diese Hauptstadt umgibt, mussten damals zuerst die Straßen aufgeschüttet werden, bevor man mit dem Bau der Häuser beginnen konnte.
Rattanakiri ist die nordöstlichste Provinz Kambodschas und grenzt im Norden an Laos und im Osten an Vietnam. Endlose Urwälder, durchzogen von Hügeln, Sümpfen und Wasserläufen machen Rattanakiri in seiner Unwegsamkeit zu einem der am wenigsten erforschten Landstriche unserer Erde. Tiger, Leoparden, Rotwild, Elefanten, Krokodile und das fast ausgestorbene Kouprey leben hier noch im Schutz der dichten Tropenwälder. Außerdem besteht die Hoffnung, dass das praktisch als ausgestorben geltende Java-Nashorn in Rattanakiri noch unentdeckte Rückzugsgebiete hat.
Die hier lebenden Bergvölker, die Khmer Loeu, die sich in 21 ethnische Gruppen mit unterschiedlicher Kultur und Sprache gliedern, siedeln bis in die unzugänglichsten Winkel der Provinz. Die bekanntesten Stämme sind Charai, Kaco, Tampuan, Kreung und Brau. Unter den etwa 80.000 Einwohnern von Rattanakiri leben neben den Bergvölkern, viele Laoten und vietnamesiche Minderheiten. Die Khmer sind hier im eigenen Land in der Minderzahl.
Aus touristischer Sicht gehört Rattanakir zu den interessantesten Provinzen in Kambodscha . Außerdem gibt es weder Minen, noch Straßenräuber oder rote Khmer. Lediglich die weit verbreitete Malaria kann die Abenteuerlust etwas trüben.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Rattanakiri zu Laos. Von den Franzosen wurde die Provinz während ihrer Kolonialherrschaft Kambodscha zugeteilt. Noch heute wird laotisch außerhalb der Provinzhauptstadt häufiger gesprochen als Khmer. Während des Vietnamkrieges musste die Soldaten des Vietcong Waffen und Material von Nord- nach Südvietnam bringen. Sie benutzten dazu das Labyrinth des berühmten Hochiminh-Pfades, der von Laos über Banlung, die heutige Provinzhauptstadt Rattanakiris, nach Südvietnam führte. Da die Amerikaner den Nachschub des Vietcong unterbrechen wollten, aber den genauen Verlauf des geheimen Pfades nicht kannten, bombardierten sie mit Ihre B-52-Bomern großflächig die ganze Umgebung. Um Banlung sind heute noch Krater der Bombeneinschläge zu erkennen. Die Bevölkerung war noch im Freudentaumel über den Abzug der Amerikaner aus Vietnam, da kam 1975 das nächste Unheil über die wehrlosen Menschen. Die Roten Khmer hatten die Macht im Land übernommen und begannen, unter den Ureinwohnern Soldaten zu rekrutieren und sich die Menschen für ihre kommunistische Ideologie gefügig zu machen. Der Pol-Pot-Terrorzwang die Bevölkerung gegen ihre Traditionen zu kollektiver Arbeit und bestimmte die Pflanzen, die sie anzubauen hatten. Systematisch versuchen die Roten Khmer die Jahrtausende alte Kultur der Khmer Loeu zu zerstören, indem sie Heiligtümer vernichteten und Rituale und Zeremonien verboten.
Erst nach 1979, als die Vietnamesen das Land von den Khmer Rouge befreit hatten, konnten die Khmer Loeu langsam wieder zu ihren traditionellen Lebensformen zurückkehren. Von den Vietnamesen wurde die Provinzhauptstadt Lumphat nach Banlung verlegt.
Siem Reap - Angkor In Kambodscha bildet die Vergangenheit, deren glorreichste Epoche durch die Tempelanlage von Angkor symbolisiert wird, eine der wenigen Gemeinsamkeiten, die alle im Laufe der Jahrhunderte untereinander verfeindeten Parteien des Landes verbindet. Zeichen dafür ist, dass das Abbild des prächtigsten Tempels, des Tempels Angkor Wat, auf sämtlichen Fahnen der verschiedenen Gruppierungen zu finden ist. Es ist auch bemerkenswert, dass alle kriegführenden Parteien des Landes die Monumente Angkors verschont haben. Die Stadt Siem Reap ist Ausgangspunkt für Ausflug zum gewaltigsten Grabdenkmal, das je von Menschen erbaut wurde. Der Tempel ist dem Gott Visnu geweiht, mit dem König Suryavarman bei seinem Tode eins geworden sein soll. Als ungefährer Zeitraum für den Bau des Grabmals, das unvollendet ist, wird deshalb die Regierungszeit dieses Königs angesetzt (1112-1182). Die Außenmauer des Tempels ist umgeben von 190 m breiten und ca. 10 km langen Wassergräben, die ein riesiges Rechteck von ca. 1300 x 1500 m bilden. Ihre 3 m hohen, mit 14 Stufen versehenen Sandstein-Einfassungen ermöglichten es den Gläubigen, sich bei jedem Wasserstand zu reinigen. Mit dem Bau dieser Anlage sollen mehr als 25.000 Arbeiter ca. 37 Jahre lang beschäftigt gewesen sein. Mancher Besucher dieser zum Teil unter dichtem Urwald verborgenen "Hauptstadt der Tempel" gelobt bei seinem Abschied, wieder hierher zurückzukehren.
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Sihanouk Ville Die Stadt hieß früher Kompong Som. 1965 brachte Prinz Norodom Sihanouk französische Ingenieure hierher, um einen Tiefseehafen zu bauen. Aus Dankbarkeit für dieses Geschenk, das Arbeitsplätze und Wohlstand versprach, wurde die Stadt in Sihanouk Ville umbenannt. Als Lon Nol 1970 den Prinzen stürzte, taufte er die Stadt wieder auf ihren alten Namen um. Heute werden beiden Namen verwendet. Einst breiteten sich hier endlose Urwälder aus, und die Ufer des Meeres waren von undurchdringlichen Mangrovenwäldern bedeckt. Während der Kolonialzeit ließen die Franzosen hier eine "Riviera des Ostens" entstehen, und bis 1975 trafen sich ehemalige Kolonialherrn und reiche Khmer in den luxuriösen Hotels zur Sommerfrische und an Wochenenden. Heute findet man hier an der Küste nahe der Stadt schöne weiße Sandstrände, die touristisch noch wenig erschlossen sind. Erst seit 1992 gibt es wieder eine einfache touristische Infrastruktur, ein paar komfortable Hotels und gute Restaurants. Die Umgebung der Stadt Sihanouk Ville weist keine besonderen Sehenswürdigkeiten auf. Ihr Reiz liegt in ihren schönen Stränden und den köstlichen Meeresfrüchten. Fische, Krebse, Tintenfische und Langusten auf verschiedenste Arten zubereitet gehören zu den täglichen Leckerbissen, die überall zu erfreulich günstigen Preisen zu haben sind. Sihanouk Ville ist zu empfehlen für Reisende, die ruhige Strände und Beschaulichkeit suchen und auf ein aufregendes Nachtleben verzichten können.
Tonle Sap Der Tonle Sap See und der Fluss Tonle Sap sind die wichtigsten Wasseradern Kambodschas. Während der Regenzeit zwischen Mai und Oktober werden riesige Flächen von ihnen überflutet, weil der Mekong dann sehr viel Wasser führt, das er von Phnom Penh aus über den Fluss Tonle Sap in den See leitet. In dieser Zeit fließt also der Fluss Tonle Sap in entgegengesetzter Richtung zurück in den See. Der See gehört zu den fischreichsten Gewässern der Erde. Der sich ständig verändernde Wasserspiegel hat hier die Menschen gezwungen sich mit der Natur zu arrangieren. Viele Fischer leben mit ihren Familien auf Hausbooten und in schwimmenden Dörfern. Die Häuser stehen auf hohen Holzpfählen, die während des hohen Wasserstandes ganz unter Wasser sind, so dass der Hauseingang auf der Höhe der Wasseroberfläche ist. Wenn das Wasser noch höher steigt, verlassen die Menschen ihre Häuser und ziehen mit ihren Booten zum Ufer. Zwischen den Häusern haben die Bewohner Fischfarmen angelegt.