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Vietnam...
...ist eine faszinierende Mischung aus chinesischer, indischer und europäischer Kultur und bietet neben seinem warmen Klima (tropisch im Süden, subtropisch im Norden) traumhafte Berg- und Küstenlandschaften sowie herrliche (noch) einsame Badestrände. Zur Zeit verändert sich hier alles rasend schnell. Seit Einführung der Doi Moi, der vietnamesischen Perestroika, boomt die Wirtschaft. Die außenpolitische Isolation ist überwunden. Noch gehört das Land zwar zu den ärmsten Staaten der Welt, aber es ist auf dem Weg in eine erfolgversprechende Zukunft. Lächelnde Gesichter, farbenfrohe Kleidung, frisch restaurierte Häuser und Straßen, endlose Ströme von Motorrädern und Fahrrädern, Märkte voll von regionalen und ausländischen Produkten - das sieht man überall in den größeren Städten.
Was Fremde neben dem pulsierenden Leben der Großstädte wie Hanoi und Saigon besonders anzieht, sind die Denkmäler vietnamesischer Kultur, z.B. im Gebiet von Hue, der letzten Kaiserstadt, oder das ländliche Leben im fruchtbaren Mekong-Delta, wo die Bauern noch in ihren jahrhundertealten, bewährten Traditionen leben, oder auch das Leben im Hochland bei den Minderheitenvolksstämmen. Wenn Sie die Großstadt hinter sich lassen und mit dem Fahrrad durch das Land fahren, riechen Sie den Duft der Reisfladen, Sie probieren die frischen süßen Früchte und die delikaten einheimischen Gerichte und unterhalten sich mit den einheimischen Bauern. Denn bei aller Fremdartigkeit von Landschaft, Kultur und Bauwerken faszinieren in Vietnam vor allem die Menschen. Sie sind arm, und doch blicken die meisten optimistisch und mit einem Europäern oft unverständlichen Gleichmut und Pragmatismus in die Zukunft. So empfangen sie auch trotz ihrer aus der Kolonialzeit stammenden schlechten Erfahrungen mit Fremden heutige Besucher mit erstaunlicher Herzlichkeit und Gastfreundschaft.
Vietnam ist anders Es ist anders als alle seine Nachbarn in Asien, aber auch anders als uns die meisten Berichte über dieses Land noch heute einzureden versuchen. Geographisch wie klimatisch und historisch wie kulturell genau im Schnittpunkt der Einflußsphären Indiens und Chinas gelegen, präsentiert sich "Indochina" als Schmelztiegel unterschiedlichster Sitten, Gebräuche und Religionen und gleichzeitig als eines der eigenständigsten und homogensten Länder, die man sich vorstellen kann. 90% seiner Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen, die auf eine lange, gemeinsame Geschichte zurückblicken. Offen, aber nie aufdringlich, angenehm zurückhaltend, aber niemals schroff oder gar fremdenfeindlich. Aber auch das Schreckgespenst einer "uniformen Volksrepublik", in der man nur im täglichen Kleinkrieg gegen die Bürokratie und mit Hilfe "harter Dollars" weiterkommt, wird man vergeblich suchen. Weder allgegenwärtiges Militär noch nationalistische Kulte schüchtern den Reisenden ein. Von der Außenwelt jahrelang abgeschnitten aufgrund des erst 1994 aufgehobenen US-Embargos hat sich das neue, zwar immer noch sozialistische, aber der Marktwirtschaft zugewandte Vietnam zu einem der sich am raschesten verändernden Länder der Welt entwickelt. Nicht nur Saigon, auch Zentren wie Vung Tau, Nha Trang, Da Nang, Hanoi oder Haiphong wandeln sich in atemberaubendem Tempo. Vietnam ist anders. Anders als vor fünf oder drei Jahren. Und das wirkliche Vietnam ist immer noch anders. Ein Alltag, eine Realität, die sich oft nur zwei Blocks vom Touristenhotel entfernt oder jenseits der asphaltierten Landstraße abspielt und dem Reisenden, der sehen will und kann, auf Schritt und Tritt begegnen wird. Denn noch schöpft man mit Holzkübeln das Wasser von einem Reisfeld zum anderen. Noch nimmt man sich Zeit, gemütlich Tee zu trinken oder einen mühsamen Schwatz mit einem Fremden anzufangen. Und das Lachen und die Freundlichkeit der Menschen ist offener und unbefangener geworden, weil sie selbstbewußter geworden sind. (Text frei nach Reise Know-How Vietnam, Bühler/Kothmann, Peter Rump Verlag 1998)
Land und Leute Als Teil der indochinesischen Halbinsel grenzt Vietnam im Norden an China, im Westen an Laos und Kambodscha und im Süden und Osten an den Golf von Thailand und das Südchinesische Meer. Im Vergleich zu Landesgrenzen von über 3200 km und einer Küstenlänge von über 3700 km ist die Landfläche mit ca. 330.000 km eher klein, nämlich etwa so groß wie Deutschland. Trotz seiner Lage am Meer ist Vietnam ein extrem gebirgiges Land. Fast ¾ seiner gesamten Fläche bestehen aus Höhenzügen und Hochebenen. Während der größte Teil bis heute kaum besiedelt ist, drängen sich die Menschen im fruchtbaren Flachland auf engstem Raum. Auf weniger als ¼ der Fläche leben und arbeiten mehr als ¾ der gesamten Bevölkerung. Vietnam wird aufgrund seiner extrem langgestreckten Form oft mit zwei Reisschalen verglichen, die an den Enden einer langen Tragestange hängen. Die nördliche Reisschale bildet das Delta des Roten Flusses, die südliche das Delta des Mekong. Der schmale mehr als 1000 km lange Streifen Landes zwischen dem Südchinesischen Meer und der Grenze zu Laos und Kambodscha ist an seiner engsten Stelle nicht einmal 50 km breit.
Die Küsten Südlich von Saigon im Schwemmland des Mekongdeltas und am Golf von Thailand ist das Land flach, sumpfig und z.T. von dichten Mangrovenwäldern bedeckt. Nördlich von Saigon rücken die Ausläufer des Truong-Son-Gebirges immer näher an die Küste heran, die im Bereich von Zentralvietnam oft zu einer einzigartigen Folge von Fels-Kaps, Buchten, Dünen und Lagunen werden. Weite, idyllische Sandstrände findet man hier fast überall. In der grandiosen Halong-Bucht im Norden Vietnams ragen Tausende von Kalksteininseln, Felsenriffen und Klippen wie seltsame Meeresungetüme steil aus dem Meer empor. Die bis 3000 m hohen Gebirge und Hochplateaus Vietnams sind die Heimat zahlloser Bergstämme, die vor Jahrhunderten aus den umliegenden Ländern eingewandert sind und hier ihre Sprache und Kultur weitgehend erhalten haben. Fast 1000 Jahre chinesischer Herrschaft, 100 Jahre französischer Kolonialisierung und 20 Jahre amerikanischer Besatzung hat Vietnam erlitten, aber der sehnliche Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit hat diesem Volk immer wieder die Kraft gegeben, sich zu wehren und seine Feinde zu besiegen. (Text z.T. frei nach Reise Know-How Vietnam, Bühler/Kothmann, Peter Rump Verlag 1996).
Ethnische Minderheiten in Vietnam Im Bergland des Nordens und auf den Hochplateaus Zentralvietnams leben auf 65% der Landfläche 54 ethnische Minderheiten, insgesamt etwa 7 Millionen Menschen. Außer den Khmer und den Cham, die Nachfahren von Kulturen sind, die früher große Teile des Landes beherrschten, lassen sich die Bergvölker Vietnams in die mongolischen und sino-tibetischen des Nordens und die malaiisch-polynesischen und Mon-Khmer-Gruppen des Zentralen Hochlands unterscheiden Einige dieser Völker leben schon seit Jahrtausenden in Vietnam wie die Muong, andere sind erst während der letzten Jahrhunderte eingewandert. Die meisten sind weder ethnisch noch sprachlich miteinander verwandt, und jedes Volk, das sich wiederum in zahlreiche Untergruppen aufsplittert, hat seine eigenen Kultur- und Gesellschaftsformen. Einige leben als seßhafte Bauern wie die Nung, andere als Halbnomaden wie die Hmong, die auf Brandrodungsflächen Opium anbauen. Wiederum andere führen bis auf den heutigen Tag eine nomadische Existenz als Pferde- und Rinderzüchter.
Die Bergregionen Im Gegensatz zu den Vietnamesen, die in ebenerdigen Häusern wohnen, bevorzugen die Bergstämme hölzerne Pfahlbauten. Ihre religiösen Vorstellungen reichen von Magie, Animismus und Fetischismus, über Geister- und Ahnenkulte bis zu Assimilation der Haupt- und Staatsreligionen wie Buddhismus und Katholizismus.Rein äußerlich unterscheiden sich die Angehörigen der ethnischen Gruppen durch ihre unterschiedlichen Trachten, oft in kräftigen Grundfarben mit geometrischen oder rituellen Mustern und ergänzt durch Schmuckgegenstände aus Silber, Elfenbein oder Perlmutt. Der geflochtene Tragekorb auf dem Rücken gehört fast zur Grundausstattung jedes Bergbewohners.
Weitere Informationen z.B. unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnam

 

  

 

  

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